FASAN APOTHEKE
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Ernährung für Kinder

„Wir wollen essen, um unseren Hunger mit allen Sinnen zu stillen, nicht aus Langeweile oder Traurigkeit!“

Eine bedarfsgerechte (vollwertige) Ernährung, die ausreichend Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente liefert, besteht zu einem Drittel aus hochwertigen tierischen und zu zwei Dritteln aus pflanzlichen Lebensmitteln. Letztere sollten teils roh und teils schonend verarbeitet gegessen werden. Die pflanzliche Basis für gesunde Kinderernährung bieten täglich Getreideprodukte (Vollkornbrot, Hirsenudeln, Vollkornreis), jeweils frisches Obst und Gemüse sowie wöchentlich Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen) und Kartoffeln.

Nun machen aber viele Eltern die Erfahrung, dass Kinder ihren eigenen Geschmack entwickeln und phasenweise bestimmte Nahrungsmittel bevorzugen und andere ablehnen.

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass Kleinkinder ein Gespür dafür haben, was sie gerade brauchen. Kinder jeden Alters sollten also ruhig zum Beispiel bei der Gestaltung der Jause mitreden können und ihre Essenswünsche sollten berücksichtigt werden. Die oben genannten Grundpfeiler der Ernährung sollten aber von den Eltern nicht aus den Augen verloren werden, denn sie bestimmen letztendlich, was ihr Kind isst.

Da sich eine ausgewogene Ernährung für Kinder eigentlich nur in der Portionsgröße von gesunder „Erwachsenenernährung“ unterscheidet, können Eltern als Vorbild agieren. Denn Ernährungsverhalten wird erlernt und Kinder sind bekanntlich die besten Nachahmer.

Praktische Tipps und Anregungen:

Stellen Sie eine Schüssel mit gewaschenem Obst für das Kind (je nach Alter) griffbereit auf.

Obst mundgerecht geschnitten oder mit Topfen oder Joghurt vermischt, erhöht oft die Beliebtheit.

Gemüse kann dekorativ geschnitten oder als „Spießchen“ (roh oder gedünstet) angeboten werden.

Dinkel stellt eine Alternative zu Weizen dar und liefert mehr Vitamine und Mineralstoffe.

Müsli sollte kein Zucker zugesetzt sein, auch Honig ist wegen seiner zähen Konsistenz nicht ideal.

Für Frühstücksmuffel kann auch ein Glas Milch oder Fruchtsaft als Kompromiss angeboten werden (Milchprodukte sind wegen des Kalziumgehalts wichtig für den Knochenaufbau und liefern Vitamine und andere Mineralstoffe).

Bieten Sie Ihrem Kind immer wieder etwas zu Trinken an (idealerweise Leitungswasser oder mit diesem verdünnte 100%-Fruchtsäfte ohne Zuckerzusatz, ungesüßte Kräutertees oder nicht aromatisierte Früchtetees; koffeinhaltige Getränke wie Cola, Eistee oder Energiedrinks sind nicht geeignet).

Kinder bevorzugen oft Fleisch , das nicht wie solches aussieht (Laibchen, Bällchen, Sugo, Schnitzel). Achten Sie dabei auf mageres Fleisch und verwenden Sie geringe Mengen Pflanzenfett zum Herausbacken. Durch die gleichzeitige Aufnahme von Vitamin C (z.B. Paprika, Kartoffeln, Brokkoli, Orangensaft) wird die Eisenaufnahme erhöht.

Wurst sollte wegen des hohen Fettgehalts durch mageren Schinken ersetzt werden.

Seefisch sollte als Lieferant für hochwertiges Eiweiß, spezielle Fette und Jod einmal wöchentlich auf dem Speiseplan stehen (bei Kindern mit Allergierisiko erst nach Ende des 2. Lebensjahres).

Süßspeisen und fettreiche Gerichte (z.B. Pommes, Chips, Paniertes) sollten nur einmal pro Woche angeboten werden.

Naschen: Süßigkeiten müssen Sie nicht ganz verbannen. Eine Möglichkeit ist aber, diese für besondere Anlässe zu reservieren (Geburtstage usw.) oder mit dem Kind ein Wochenkontingent zu vereinbaren. Als Süßes für „Zwischendurch“ eignen sich Trockenfrüchte (nicht geschwefelt) sehr gut. Auch Nüsse (hoher Anteil an essenziellen Fettsäuren) können Sie Kindern, die keinem erhöhten Allergierisiko ausgesetzt sind, anbieten.

Zähneputzen oder den Mund mit Wasser ausspülen vor allem nach Süßem nicht vergessen!

Abschließend noch ein paar Gedanken zur „Ernährungserziehung“:

Das Verhalten von Kindern kann eher durch erlebnisorientierte Handlungen wie
gemeinsames Kochen, Geschmackserleben, gemeinsames Essen in angenehmer Atmosphäre verändert werden als durch gut gemeinte Ratschläge und Belehrungen.

Den Geschmackssinn des Kindes (und damit den Genuss beim Essen) können Sie fördern, indem Sie unterschiedliche Lebensmittel anbieten und kosten lassen und zusätzliches Süßen vermeiden. Dann können der Geschmack und auch die „Süße“ des Lebensmittels zum sinnlichen Erlebnis werden. Probieren Sie vielleicht mit Ihrem Kind verschieden Apfelsorten und finden Sie Ihre gemeinsame Lieblingssorte.

Die Selbstbestimmung eines Kindes – wie viel es isst, das heißt das Akzeptieren und Fördern des natürlichen Gefühls für Hunger und Sättigung – ist vom Säuglingsalter an wichtig für einen richtigen und genussvollen Umgang mit dem Essen auch im Erwachsenenalter und beugt Essstörungen vor.

Essen ist kein Erziehungsmittel und Süßigkeiten sollen nicht zur Belohnung, als Zeichen der Liebe oder zum Trost eingesetzt werden, denn das kann dazu führen, dass emotionale Spannungen später mit Essen kompensiert werden. Seelische Sicherheit erfahren Kinder jedenfalls dadurch, dass sie sich angenommen und akzeptiert fühlen.

Viel Bewegung vor allem an der frischen Luft mit den Eltern oder mit Freunden stärkt das Immunsystem, fördert die Gemeinsamkeit sowie das Körpergefühl und ist die beste Vorbeugung gegen Übergewicht.

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