FASAN APOTHEKE
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Bio oder herkömmliche Lebensmittel?

Ein Dauerbrenner ist die Frage, ob Biolebensmittel denn halten, was sie versprechen, und herkömmlichen Lebensmittel in Ihrer Qualität tatsächlich überlegen sind.

Verbraucher verbinden mit dem Begriff Bio vor allem die Eigenschaft gesund bzw. gesünder. Wird nachgefragt, ist neben der der Frische, dem besseren Geschmack, der geringeren Pestizidbelastung, der Gentechnikfreiheit und der artgerechten Tierhaltung, der höhere Nährstoffgehalt ein häufig genanntes Argument. Zu Recht?

In zwei groß angelegten Studien bezüglich nährstoffbezogenen gesundheitlichen Effekten von biologischen Lebensmitteln konnten die Autoren keine eindeutigen Hinweise auf einen höheren Nährstoffgehalt, wie Vitamin C und Magnesium finden. Eine der Studien zeigte bei strikter biologischer Ernährung ein verringertes Risiko für Ekzeme bei Kindern. Eine andere Publikation zeigte bei Frauen, die sich fast ausschließlich von biologischen Lebensmittel ernährten, einen höheren Linolsäuregehalt in der Muttermilch.

Verarbeitete Bioprodukte
In verarbeiteten Produkten mit konventionell erzeugten Lebensmitteln dürfen rund 350 zugelassene Zusatzstoffe eingesetzt werden. Bei Bioprodukten muss gespart werden. Deren Verwendung ist in Art und Menge streng reglementiert. Laut EUÖko- Verordnung sind lediglich 47 Zusatzstoffe zugelassen. Das wichtigste Zulassungskriterium ist, dass ökologische Lebensmittel ohne diese Stoffe nachweislich nicht hergestellt oder haltbar gemacht werden können. Erlaubt sind pflanzliche Verdickungsmittel, Emulgatoren und Backtriebmittel. Nicht erlaubt sind Stabilisatoren, synthetische Farbstoffe, sämtliche Süßstoffe sowie Konservierungsmittel und Geschmacksverstärker. Vitaminund Mineralstoffanreicherungen sind nur in den Fällen erlaubt, in denen sie gesetzlich gefordert werden.

Weniger Pestizidrückstände
Laut EG-Verordnung liegt der Rückstandshöchstgehalt für Pestizide in Lebens- und Futtermitteln standardmäßig bei 0,01 mg/ kg. Dieser Wert gilt für biologische und für konventionelle Erzeugnisse. Grundsätzlich weisen biologische Lebensmittel weniger Rückstände auf, da die  Öko- Verordnung auch hier den Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden stark einschränkt.

Geschmackliche Qualitätsunterschiede (noch) nicht belegt
Bei Vergleichen zwischen Lebensmitteln aus biologischer und konventioneller Landwirtschaft muss auf gleiche Bedingungen, wie Bodenbeschaffenheit, Klima, Sorte und Herkunft geachtet werden. Diese Angaben sind in viele Studien nicht eindeutig erkennbar und Vergleiche sind dadurch nicht möglich.


Aktuelle Untersuchungen liefern zum Teil unklare, zum Teil widersprüchliche Ergebnisse. Auffällig ist, dass Bio in Tests immer dann besser abgeschnitten hat, wenn die Leute wussten, dass es sich um Bioprodukte handelt. In Blindverkostungen konnte das Ergebnis hingegen nicht bestätigt werden. So kann man allgemein feststellen: „Geschmack ist mehr als nur schmecken“. Geschmack hat auch mit Genuss zu tun und wenn mit einem guten Gefühl gegessen wird, dann  schmeckt es auch besser. Und bei Bioprodukten haben viele eben ein besseres Gefühl.

Fazit
Der Wert von Biolebensmitteln resultiert vor allem aus der Tatsache, dass sie nachhaltig und ökologisch verantwortungsvoll erzeugt werden. Eine ausgewogene und vielfältige Ernährung ist sowohl mit Lebensmitteln aus herkömmlicher Erzeugung als auch mit Biolebensmitteln möglich.
Zu beachten ist, dass Bio alleine kein Kriterium zur Bewertung des Nährwertes (Energieund Nährstoffgehalt) darstellt. Im Handel erhältliche Produkte mit hohem Zuckergehalt wie Bio-Limonaden und Biokekse für Kinder oder ein fettreiches Bioschnitzel mit Pommes werden durch Bio auch nicht zum gesunden Lebensmittel.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sommer mit viel gesunder Ernährung, Bewegung und Zeit für Genuss und Muße.

M. Ofner

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